Ruhrpottguerilla ist die Initiative von Selbstständigen des Ruhrgebiets, die ihre Erfahrungen denjenigen Menschen zur Verfügung stellen wollen, die selbst mit dem Gedanken an eine Selbständigkeit spielen. Ziel ist es, damit einen Bewusstseinswandel zu unterstützen, der die Menschen stärker in die eigene Verantwortung für ihr Leben bringt und Risiko zu einer lustvollen Erfahrung macht.
Denn: »Alles, was der Mensch treibt, kultiviert ihn«, wusste Goethe. Arbeit als selbstbestimmtes Element der Humaniserung und Kulturbildung, d.h. als ästhetisches Element der Gesellschaft. Dahinter steht die Idee, dass Arbeit den Menschen nicht von sich selbst entfremdet, sondern ihm zum Bewusstsein seiner Würde verhilft.
Ernst Jünger sah den Arbeiter als neuen Aristokraten. Die klassizistischen Sozialisten feierten ihre Helden der Arbeit.
Heute stellen wir auch deswegen einen Werte- und Identitätsverlust fest, weil immer weniger Bürger Arbeit haben und viele nur Jobs machen, um sich über Wasser zu halten. Arbeit hat damit ihre stabilisierende ethische und ästhetische, humanistische Bedeutung verloren. Dies gilt gerade auch für das Ruhrgebiet, weil hier Arbeit eine besondere Bedeutung hatte und schon immer Kult war, d.h. kultiviert wurde.
Dieses historischen Bezug will RG aufnehmen und neu beleben. Die Bedeutung von Arbeit für Selbstbewusstsein, Humanismus, Ästhetik und Ethik soll auf eine neue, selbstständige Ebene gebracht werden. Selbstständiges Arbeiten als Mittel der Schaffung einer neuen modernen Arbeitskultur.
Darüber hinaus muss langfristig muss der Staat entlastet werden, bzw. er wird sich selbst entlasten, was insbesondere die aktuelle Krise und die daraus resultierenden erwarteten Folgen fordern.
Statt sich gerade in der Krise zunehmend auf den Staat zu verlassen und von ihm die Lösung aller Probleme zu erwarten, können die Menschen ihren Beitrag zur Lösung der Krise dadurch leisten, dass sie sie als eigene Krise begreifen und selbst lösen.
Die Folge wäre nicht nur eine Entlastung des Staates, sondern auch die Entwicklung eines neuen Selbstverständnisses der Bürger und eine Stärkung ihres Selbstbewusstseins.
Eine zunehmende Abhängigkeit vom Staat ist auf Dauer für die Demokratie schädlich. Die Bürger können durch zunehmende Eigenverantwortung stärker am Gemeinwesen partizipieren. Die Demokratie wird gestärkt, indem sie demokratisiert wird.
Außerdem wird die Wirtschaft demokratisiert. Auch heute noch und vielleicht gerade heute gilt: „Small is beautiful“. Statt strukturell unsinniger Milliardenhilfen für nicht konkurrenzfähige Großkonzerne sollen die Bedingungen für kleine UN verbessert werden, damit diese Arbeitsplätze schaffen können, die die sterbenden Arbeitsplätze in sterbenden UN ersetzen. Die aktuell sichtbare Abhängigkeit von einigen Großunternehmen und die daraus resultierende Erpressbarkeit der Politik werden damit verringert. Die Senkung der durchschnittlichen Unternehmensgröße wird zu einer größeren Unabhängigkeit der Wirtschaft von Krisen führen, der Staat ist in der Krise und auch bei anderen Gelegenheiten weniger erpressbar, die Umstrukturierung und Demokratisierung der Wirtschaft wird zu einem einmaligen Beschäftigungboom führen.
Dafür müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Z.B. ist es nötig, sich von der Illusion einer Scheinsicherheit zu lösen und Risiko als normal anzuerkennen. Der Staat kann sich durch entsprechende Rahmenbedingungen an einer höheren Akzeptanz von Risiko und der Demokratisierung beteiligen. Die Ruhrpottguerilleros werden hier ihren Beitrag leisten.
Die Ruhrpottguerilleros legen Wert auf die Tatsache, dass sie alle selbständig sind und ihre daraus resultierenden einmaligen Erfahrungen und Einstellungen weitergeben wollen.
RuhrpottGuerilla publiziert ungefilterte eigene Erfahrungen aus der Selbständigkeit und möchte damit die Bereitschaft zur Übernahme von Selbstverantwortung erhöhen und damit einen Bewusstseinswandel in der Region herbeiführen. RuhrpottGuerilla bietet Infoveranstaltungen zum Thema, um die Sensibilität dem Thema gegenüber zu erhöhen.
RuhrpottGuerilla bietet Gründungswilligen Hilfe in der Gründungsphase, ohne die Liquidität der Gründer zu belasten. Die Unterstützung von RuhrpottGuerilla ist zunächst kostenneutral. Die Betreuung ist kontinuierlich, deckt alle Bereiche einer Gründung ab und wird über eine Beteiligung im Erfolgsfall einer Gründung zu dem Zeitpunkt finanziert, an dem dieser Erfolg eintritt.
RuhrpottGuerilla bietet Unterstützung in Gründungsfragen, die in der wichtigsten Phase einer Gründung nicht zu einem Liquiditätsabfluss führt. RuhrpottGuerilla beteiligt sich stattdessen am Unternehmen, ohne Mitspracherechte haben zu wollen, d.h. die Gründer können ihre geschäftlichen Entscheidungen selbständig treffen. Kontinuierlich stehen in den ersten Jahren Experten zur Unterstützung bereit. Ab einem zuvor definierten Punkt, an dem das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet, setzt die Rückzahlung der Unterstützung ein. Diese Mittel werden zum Aufbau eines Stiftungsvermögens genutzt, das die weitere Arbeit von RuhrpottGuerilla ermöglichen soll. Damit soll langfristig ein moderner Gedanke der Hilfe auf Gegenseitigkeit realisiert werden, vergleichbar dem Genossenschafts- oder Raiffeisengedanken.
RuhrpottGuerilla wird als Interessenvertretung der Existenzgründer und kleinen Unternehmen wirken und ihr Know-How in politische Entscheidungsprozesse einbringen.
Ziel ist die nachhaltige Entwicklung einer selbständigen Kultur im Ruhrgebiet.


kulTRuhr trifft auf ruhrpottguerilla
Gast (nicht überprüft) on 24. September 2009 - 0:18Synergetische Effekte mögen sich ergeben - www.kultruhr.net freut sich auf Vernetzung !
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