Wissen ist der einzige Rohstoff, den Deutschland hat, um weiter wirtschaftlich erfolgreich zu sein und erfolgreicher zu werden. Im OECD-Vergleich ist die Studierendenquote in Deutschland relativ niedrig. Im Jahr 2007 schlossen 23 % eines Jahrgangs ein Studium ab. Diese Quote muss unbedingt erhöht werden, damit Wohlstand erhalten oder neu geschaffen werden kann. In den OECD-Ländern beträgt die entsprechende Quote durchschnittlich 36 %.

Gleichzeitig sind die Kosten eines Studiums gestiegen, z.B. durch Studiengebühren, was Interessenten an einem Studium relativ abschreckt. Ein Fernstudium bietet hier eine attraktive Alternative, denn während eines Fernstudiums können Einkünfte erzielt werden, die die Gesamtkosten eines Studiums reduzieren.

Während eines Präsenzstudiums entstehen unmittelbar direkte monatliche Kosten zwischen 550 und 1050 € je nach Studienort und -fach. Bei einem 12-semestrigen Studium summieren sich diese Kosten auf ca. 35.000 bis 70.000 €. Hinzu kommen die sogenannten Opportunitätskosten, die oft übersehen werden. Das sind die Kosten, die aufgrund der Tatsache entstehen, dass während des Studiums nicht gearbeitet werden kann. Bei einem gering angenommenen Einkommen von monatlich 1.500 € kommen zu den direkten Studienkosten so noch einmal 105.000 € hinzu, so dass sich die Gesamtkosten auf etwa 140.000 € bis 175.000 € summieren.

Selbst von privaten Anbietern werden für ein Präsenzstudium selten mehr als 11.000 € an Studiengebühren erhoben. Zu diesen Studiengebühren kommen noch die oben erwähnten direkten Kosten, so dass die Gesamtkosten für ein Fernstudium zwischen 46.000 € und 81.000 € liegen.

Die Ersparnis liegt bei 94.000 €.

Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit. Diese Erkenntnis ist weit verbreitet und hat dazu geführt, dass im gewerblichen Bereich massiv Fördermittel in Weiterbildung fließen, um so die Arbeitnehmer vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Das Fernstudium leistet einen vergleichbaren Beitrag, wird allerdings diskriminiert, weil kein Förderung erfolgt, sondern Fernstudierende noch nicht einmal Bafög erhalten, wohl mit dem Argument, dass diese ja arbeiten und deshalb kein Finanzierungsproblem haben. Eine Gleichstellung hier würde Anreize schaffen, ein Fernstudium zu erwägen.

Einige Fernstudiengänge erlauben heute bereits die von der Politik häufig geforderte Offenheit des Bildungssystems. Während sich staatliche Bildungseinrichtungen weiterhin schwer tun damit, Quereinstiege zuzulassen, bieten insbesondere private Anbieter attraktive Möglichkeiten der Weiterqualifizierung. So stellen beispielsweise staatlich anerkannte Betriebswirte nach einigen Jahren Arbeit in ihrem Unternehmen häufig fest, dass ihr Abschluss, für den sie in der Regel bis zu drei Jahre nebenberuflich gebüffelt haben, bestimmte Karrierewege ausschließt. Um beruflich weiterzukommen, müssten sie an staatlichen Institutionen ein Komplettstudium vom 1. Semester an belegen, private Anbieter prüfen dagegen individuell die bisher erbrachten Leistungen und können diese auf die Studienanforderungen anrechnen. Der Weg zum akademischen Grad dauert dann unter Umständen nur noch 20 Monate. Im Ergebnis kann sich so eine Zeitersparnis von bis zu zwei Jahren ergeben, die damit das immer wieder geforderte hohe Alter deutscher Studienabsolventen senken helfen kann.

Ein Fernstudium ist damit die interessante Alternative für Berufstätige zur Weiterbildung und Ausweitung der Karrierechancen, aber auch für Abiturienten, die eine relativ kostengünstige Alternative zu einem Präsenzstudium suchen und bereit sind, neben dem Studium zu arbeiten. Eine Förderung oder zumindest Gleichstellung des Fernstudiums zu anderen Weiterbildungsmöglichkeiten würde das Durchschnittsalter der deutschen Hochschulabsolventen senken, die Studierendenquote erhöhen und eine größere Zahl von Arbeitnehmern vor Arbeitslosigkeit schützen.

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