Was ist aus den ehemaligen Industrieanlagen, den Zechen, Kokereien und Hüttenwerken der längst vergangenen Montanindustrie im Ruhrgebiet geworden?
Wie sieht es aus hinter den Mauern früher ,,verbotener Städte'' aus?
Antworten auf diese Fragen und einige mehr geben allein die Bilder der Plattform Verbotene Städte, die, durch die Vorstellung verschiedener Industrieanlagen des Ruhrpotts, die oft verkannte ,,Schönheit'' und Einzigartigkeit dieser Stätten zu Tage bringen will.
Heutzutage der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht, erinnern die teils restaurierten, teils dem Verfall überlassenen Anlagen als Denkmäler an eine längst vergangene Ära, sind Zeitzeugen einer ganz anderen Art von Arbeit, deren Schwerpunkt das Ruhrgebiet über Jahrzehnte prägte.
Die, den Besuchern oftmals auf den ersten Blick verborgenen, Besonderheiten, die häufig in den Details liegen wie in einem Maschinenteil oder einer Armatur im Spiel von Licht und Schatten, sollen durch die Plattform deutlich gemacht werden.
Musterzechen wie z.B. die Zeche Zollern, die Zeche Bonifacius oder die zum Weltkulturerbe ernannte Zeche Zollverein gehören dabei ebenso zu den auserwählten Motiven wie die Kokereien Zollverein und Hansa. Aber auch Schlüsselbauwerke mit der Jahrhunderthalle Bochum, der Meidericher Hütte und der Henrichshütte sind Teil der fotografischen Dokumentationsroute.
Diese Route führt dabei sowohl an 304 Koksöfen auf einem Kilometer Länge als auch an einer Jugendstil-Maschinenhalle mit elektrischen Förderanlagen oder der ältesten Tiefbauzeche im Ruhrgebiet vorbei, an Produktionsstätten also, die teilweise bereits im 18. Jahrhunderts aktiv waren.
Institutionen für Kunst und Kultur wie das red dot design Museum auf der Zeche Zollverein oder das LWL-Industriemuseum auf der Zeche Zollern haben heute ihre Sitze an den Industrieanlagen und unterstreichen so nochmals eindrücklich den Wandel einer Stätte harter Arbeit unter Tage oder am Hochofen zu einem Standort von kultureller Bildung und Freizeitgestaltung.
Tauchen im Gasometer, Klettern in der Erzbunkeranlage oder Schlittschuh fahren auf dem Zechengelände ist dabei ebenso möglich wie der Besuch von Theateraufführungen, Konzerten oder anderen Veranstaltungen.
Informationen zu den an den Standorten umgesetzten Projekten oder ansässigen Institutionen findet man auf verbotene-staedte.de daher ebenso wie Informationen zu der Geschichte und den Gebäuden selbst. Darüber hinaus gibt es weiteres Wissenwertes zum Initiator der Idee, Jörg Lehnert, seiner Technik und Tipps für Menschen, die die Industrieroute mittels des Rads erkunden wollen.
Durch seine Schwarzweißfotografien werden den Besuchern auf eindrucksvolle Art und Weise Einblicke in die verschiedenen Industriestandorte gegeben, die neben einem gesteigerten Interesse an der Architektur und vielleicht auch dieser Technik der Fotografie,nicht zuletzt auch selbst Lust auf einen Besuch dieser eindrucksvollen ,,verbotenen Städte'' machen.
Fotos: Jörg Lehnert

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